Definitionsansätze --
Reimar Kosack:
"Prinzipiell sind Weblogs persönliche Sites, die eine Liste
von kommentierten Links zu anderen Web-Sites enthalten. Die
Bemerkungen sind oft witzig und sarkastisch. Die Idee ist aus dem
Brauch entstanden, Freunden und Bekannten E- Mails mit interessanten
Sites zu schicken.
Bei den meisten Weglogs wird nach dem Tagebuch-Prinzip der
letzte Eintrag an der Spitze platziert. Oft werden sie täglich
ergänzt. So entstehen lange fortlaufende Sites, in denen man aber
über Themen und Suchbegriffe navigieren kann. Außerdem gibt es
eigentlich fast immer Angaben zu der Person des Autors.
Weblogs sind also eine Mischung aus Newsgroup, Messageboard
und privater Homepage. Mit der extra entwickelten Software sind sie
leicht und trotzdem individuell oder grafisch anspruchsvoll zu
gestalten. User können gegenseitig Mitglied in Weblogs werden und
dann an der Site mitarbeiten. Der entscheidende Unterschied zu den
bisherigen Reputationmanagern ist ihr persönlicher Ton und ihre
breite Zugänglichkeit" (Quelle:
weblogs.medien.uni-weimar.de/projektlog/weblogs/definition;
Zugriff: 18-May-2002)
Dave Winer:
"Weblogs are often-updated sites that point to articles
elsewhere on the web, often with comments, and to on-site articles.
A weblog is kind of a continual tour, with a human guide who you get
to know. There are many guides to choose from, each develops an
audience, and there's also comraderie and politics between the
people who run weblogs, they point to each other, in all kinds of
structures, graphs, loops, etc.
Today, there are hundreds of thousands of weblog sites, and
the market for tools for managing such sites is growing quickly. My
company, UserLand, makes two products for weblogs, Manila, which is
a centralized server-based content management system; and Radio
UserLand which provides easy and powerful weblogging from the
desktop. [...]
Viewed another way, weblogs are Personal Web Publishing
Communities".
Quelle: "The History of Weblogs",
newhome.weblogs.com/historyOfWeblogs.
"1. A weblog is personal -- it's done by a person,
not an organization. You see a personality. It's not washed-out and
normed-up, the bizarre shows through. That's why weblogs are
interesting.
2. A weblog is on the Web -- it doesn't get printed,
it can be updated frequently, it's very low cost to produce, and it
can be accessed through a Web browser.
3. A weblog is published -- words flow through
templates, the process is automated, the writer and designer are
elevated. There's also a possibility of using advanced writing
tools, and syndication through RSS. In other words, technology
applies to weblogs, publishing technology.
4. And finally, a weblog is part of communities. No
weblog stands alone, they are relative to each other and to the
world. The Link and Think project, as an example, is part of the
weblog community and part of the World AIDS Day community. My
weblog, Scripting News, is part of the weblog community and part of
the community of independent developers, particularly those using
scripting environments. The same can be said of most weblogs that
gain audiences, they connect people together using the Web through
common interests".
Quelle: "Personal Web Publishing Communities",
newhome.weblogs.com/personalWebPublishingCommunities.
Derek M. Powazek; Quelle:
powazek.com/wtf; Zugriff. 18-May-2002:
"[...] And through it all, I drew my inspiration from the
cacophony of personal voices I found online. Here was the mother
lode of personal expression – the one place in our lives that we (as
people lucky enough to have access) can say whatever we want about
anything we want. This was the anti-television. Digital democracy.
I believed that. And the crazy part is, I still do. [...]
I hated the fact that the essence of weblogging at that
time, and perhaps still today, was the off-site link. A witty quip,
a link away, updated as much as possible. It was easy (and
predictable) to foresee a future web of "independent content" that
solely consisted of pointing at people who are pointing at other
people. [...]
I don't hate weblogs. I love weblogs. Honest.
I love weblogs because they're yet another way for people
to express themselves online. Sure, they're full of links. They're
also full of lives. [...]"
Abgrenzung von CMS:
Hannes Wallnöfer: "Ich würde einmal so sagen: Content
Management ist ein weiter Begriff, mit dem sowohl ganz einfache, als
auch ganz komplizierte Sachen bezeichnet werden können. Man könnte
sagen, dass Weblog-Tools ganz einfache, minimalistische Content
Management Systeme sind. Das Schöne an diesen Tools ist, dass sie
ganz einfach zu bedienen sind, dass man damit Sachen schnell
publizieren kann: Man klickt auf einen Link, logged sich ein,
schreibt etwas, drückt noch auf einen Knopf und die Sache ist
draußen" (Quelle:
matrix.orf.at/bkissue/200903_1.htm, Zugriff: 08-May-2002
Abgrenzung Weblog <-> Homepage:
Dave Winer: "Es ist absolut die gleiche Idee. Mit der
Ausnahme, dass Weblogs als eine Art Weiterentwicklung von
persönlichen Websites verstanden werden können. Weblogs
verdeutlichen eine Eigenheit des Netzes, die bei der ursprünglichen
Vision nicht so deutlich sichtbar wurde: Nämlich, dass sich das Web
ständig verändert. Es bleibt nie stehen. – Nein, ich sollte nicht
nie sagen. Natürlich gibt es Broschüren da draußen im Web, aber aus
individueller Sicht verändert sich das Web ständig. Wenn Sie auf
meine Website gehen, kann es schon passieren, dass Sie dort von
einem Tag zum anderen unterschiedliche Geschichten lesen. Das, der
Zeitfaktor, ist glaube ich etwas, das die Weblogs eingeführt haben.
Sonst sehe ich nicht wirkliche Unterschiede zwischen einem Weblog
und einer Website" (Quelle:
matrix.orf.at/bkissue/200903_1.htm, Zugriff: 08-May-2002)
Abgrenzung Weblog <-> E-Mail:
Dave Winer: "Die beiden Medien sind sehr unterschiedlich.
Sie können bei einer e-mail, die versendet wurde, nachträglich
nichts mehr verändern. Bei einem Weblog hat man diese Möglichkeit.
Man kann ein paar Minuten später sagen: Nein, ich habe meine Meinung
geändert und ich lösche diese Aussage lieber. Ich mache das ständig.
Es kommt schon vor, dass Sie auf meiner Site das eine oder andere
böse Wort lesen können. Aber wenn Sie ein paar Minuten später
zurückkommen, sind diese flames auch schon wieder weg. Manchmal
fällt es mir eben schwer, mich zurückzuhalten. Obwohl es
wahrscheinlich besser wäre, manches nicht zu sagen. Ich denke, es
gibt etwas Wundervolles rund um Weblogs: sie sind editierbar"
(Quelle:
matrix.orf.at/bkissue/200903_1.htm, Zugriff: 08-May-2002)
Paul Andrews, "Web logging can serve many roles", in: The
Seattle Times vom 27. Mai 2002,
seattletimes.nwsource.com/html/businesstechnology/134462365_paul27.html.
Als Vorteile von Blogs werden angeführt: unverzügliches Feedback
von der Gemeinschaft der Blogger, zeitnahe Indizierung durch Google,
automatisch erstellte Archive. Nicht zuletzt könnten Unternehmen
vermeiden, User mit eMails zu spammen. Sie könnten stattdessen ihre
Informationen bloggen und die User, die daran interessiert sind,
selbst darauf zugreifen lassen. Blogs würden sich auch für Kommunen
(Gebietskörperschaften) als Diskussionsforum eignen. Zeitungen
könnten Blogs sponsern, um sich als führende Informationsquelle
ihrer Zielgruppe zu behaupten. Großes Potential wird auch
Intranet-Blogs unterstellt (also Blogs, die nur Mitgliedern einer
Organisation zugänglich sind). Informationen könnten darin freier
und informeller fließen als auf einer üblichen Website. Zu bedenken
sei aber, daß Blogs eine kontiniuerliche Betreuung und
Aktualisierung brauchen und - im Falle von gesponserten Blogs - die
Beziehung zum Unternehmen gewissenhaft dargestellt werden müsse,
damit User die Vertrauenswürdigkeit und Unabhängigkeit des Blogs
beurteilen können.
Quelle: Zusammenfassung aus dem Gastgewerbe-Portal Abseits.de,
www.abseits.de/weblog/2002_05_01_archiv.html#77051536; Zugriff:
28-May-2002.