Gnutella, Freenet oder MojoNation sind echte Peer-to-Peer File
Sharing Systeme, die ebenso wie Napster
zunächst von Einzelpersonen oder einer Gruppe von interessierten
Personen initiiert wurden und keine zentralen Server mit einem zentralen
Verzeichnis verwenden. Jeder Rechner ist hierbei gleichzeitig
Client und
Server.
Suchanfragen werden direkt an einen anderen Rechner gestellt, der die
Anfrage eventuell an andere Rechner weiterschickt, bis ein Rechner
gefunden ist, der die Anfrage direkt beantwortet oder ein Schwellwert
erreicht wird ab dem die Suchanfrage angebrochen wird.
"Gnutella".
Netzwerk:
Gnutella Network.
Protokoll:
Gnutella
Protocol.
Anwendungen: z.B.
XoloX,
BearShare, LimeWire; ab März
2002: Morpheus.
KaZaA,
Grokster und
Morpheus (bis März 2002).
Netzwerk:
FastTrack Network,
OpenFT Network.
Protokoll:
FastTrack Protocol,
OpenFT
Protocol.
Alle diese Anwendungen nutzen den
FastTrack P2P-Stack, sind jedoch nur eingeschränkt
interoperabel.
"Freenet" (freenet.sourceforge.net).
Netzwerk:
Freenet Network.
Protokoll:
Freenet
Protocol.
Freenet ist eine recht komplexe
P2P-Infrastruktur, auf
der zahlreiche Anwendungskategorien aufsetzen; das Spektrum ist
dabei nicht auf File Sharing begrenzt.
Direct Connect (www.neo-modus.com).
Mojo Nation.
Sonstige:
GNUnet,
WinmX
Network,
Phosphor Networku.a.
Eine alphabetisch sortierte Auflistung von
Anwendungen zum File-Sharing steht zur Verfügung; sie verzeichnet
derzeit rund 150 Anwendungen (Stand: Juni 2002).
Die notwendige Kooperationsbereitschaft und Freigabe der Festplatte
bei solchen Systemen hat mittlerweile zu Softwareprodukten wie
SHARESNIFFER geführt, die internetweite Suchen nach »offenen« Rechnern
durchführen und Inhalte ohne Einwilligung der Besitzer abrufen. Möglich
wird dies durch mangelnde Sicherheitsvorkehrungen, die es insbesondere
bei Rechnern mit dem Betriebssystem »Windows« erlauben, standardmäßig
Dateien über das Internet zu lesen und zu modifizieren.
Quelle: Bernd Freisleben. In: "Verteilte Systemarchitekturen für
vernetzte Communities. Von Peer-to-Peer zu Client/Server und zurück"
(netzspannung.org),
www.netzspannung.org/journal/issue0/distributed-systems.